Thomas Rüdiger

Dachdeckermeister, Wandlitz bei Berlin

Wie hat Sie das Thema Mondholz erreicht?

Ich bin über Thorsten Schwemmler zum Mondholzbau gekommen. Er kannte Holz100 und hat mich und Martin Hoffmann auf Erwin Thoma aufmerksam gemacht. Ich fand das Thema Mondholz von Anfang an spannend und habe mich darüber informiert. Zunächst war ich etwas skeptisch, aber bei näherer Beschäftigung habe ich festgestellt, dass es ein sehr nachhaltiges und ökologisch lohnendes Projekt ist.

Welche Funktion haben Sie im Trio „Mondholzbau“?

Ich bin derjenige, der das von Martin Hoffmann geplante und bei Thoma vorkonfektionierte Haus beim Kunden aufstellt. Sowohl die Holzkonstruktion als auch Wände und Dach samt Dacheindeckung werden von mir übernommen.

Wie lange dauert der Aufbau eines Mondholzhauses?

Es kommt immer auf die Größe des Gebäudes an, aber im Normalfall geht es relativ schnell, sodass ein Haus nach zwei bis drei Tagen bereits steht.

Wie beurteilen Sie Mondholz aus der Sicht des ökologisch denkenden Handwerkers?

Mondholz wird während der Saftruhe der Bäume geschlagen. Es enthält mehr gebundenes Wasser im Inneren, sodass das Holz dichter und druckfester wird. Weiterhin ist das gesunde Wohnklima ein Aspekt, denn es werden keine Leime und konservierende Substanzen mit schädlichen Lösungsmitteln verwendet. Holz ist an sich schon ein hervorragender Werkstoff, der nachwächst und nachhaltig angebaut werden kann. Es spielen also sehr viele ökologische Faktoren mit, die ein Haus aus Mondholz sehr vorteilhaft für seine Bewohner machen.

Welchen besonderen Mehrwert bietet Mondholz?

Die Gesundheit allein macht einen großen Mehrwert aus. Man lebt einfach gesünder in solchen Häusern. Wenn man sich vorstellt, dass ein normales Haus erst „trockengewohnt“ wird und viele Dämpfe und Gerüche austreten, von denen man in der Regel gar nicht weiß, woher sie kommen, ist Mondholz als Baustoff von Anfang an natürlich: Es gibt keine Zusätze oder Konservierungsmittel, der Leim entfällt durch die Verdübelung. Natürlich ist ein Haus aus Mondholz teurer als ein konventionelles Haus. Das gesunde Wohnen ist aber allein deshalb den Preis wert.

Wie sieht es mit der Haltbarkeit von Holzhäusern aus?

Holzhäuser können sehr alt werden. Ich kenne in Norwegen Häuser, die schon über 300 Jahre alt sind. Auch in den Alpen gibt es Berghütten, die aus dem letzten und vorletzten Jahrhundert stammen und noch immer bewohnt und bewirtschaftet werden. Wenn man Holz richtig verarbeitet und behandelt, dann können Holzhäuser definitiv vielen Generationen ein Zuhause sein.

Welche Möglichkeiten gibt es beim Dach?

Es gibt verschiedene Aufbauvarianten, die sich aber bei der Eindeckung nicht groß von anderen Dächern unterscheiden. Der Kunde kann frei wählen, welches Dach er haben möchte. Äußerlich besteht also kein Unterschied zu einem konventionell gebauten Haus.

Würden Sie selbst auch in einem Mondholzhaus wohnen?

Ja, sehr gerne sogar. Ich freue mich schon darauf, wenn Holz100 in Berlin und Brandenburg etabliert ist und die gesündeste Art des Wohnens auch bei mir Einzug hält.